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Dan Davis im Interview mit HANIN ELIAS
Die Sängerin (Ex-ATARI TEENAGE RIOT) über ihre neue CD, Wiedergeburt, Krieg & Frieden 
 
Die Sängerin HANIN ELIAS
war viele Jahre Mitglied der
Electro-Punks ATARI TEENAGE
RIOT. Sie war neben TRENT
REZNOR, Sänger der US-Kult-
band NINE INCH NAILS, Mit-
glied der US-Formation PIG
FACE. Vor wenigen Wochen
erschien ihre neue Solo-CD
"Get it Back". Dan Davis be-
fragte die smarte Femme Fa-
tal zu ihrer musikalischen
Vergangenheit sowie der Ge-
genwart. Gibt es ein Leben
nach dem Tod? Ist die Welt
in den Händen einer gehei-
men Weltregierung? Und wer
steuert Krieg & Frieden auf
dem Planeten?
 
Links: Hanin Elias (by Stefan
Fähler). 
 
Die Sängerin Hanin Elias hat in der Vergangenheit mit Größen wie J Mascis (DINOSAUR
JR.), Thurston Moore (SONIC YOUTH), Trent Reznor (NINE INCH NAILS) und Marcel De-
gaz (DIE KRUPPS) zusammengearbeitet und war neben Alec Empire Mitglied der Kultfor-
mation ATARI TEENAGE RIOT. Zudem veröffentlichte sie in der Vergangenheit eine Anzahl großartiger Solo-CDs wie "No Games no Fun" und "Future Noir". Jetzt ist im Jahr 2011 ihre
neue CD "Get it back" erschienen, die musikalisch teilweise wieder an alte ATR-Zeiten an-
knüpft. Hanin Elias geht gegenüber dem Autor Dan Davis näher darauf ein, warum dies so
ist und gibt zudem einige Einblicke in ihr Denken, wer die Kriege auf unserer Welt steuert,
ob es ein Leben nach dem Tod gibt und vieles mehr. Jetzt hier im COVER UP! Newsma-
gazine!
 
Rechts: Cover der CD "Future
Noir" von Hanin Elias.
 
Dan Davis: Hallo Hanin,
schön, dass Du Zeit gefun-
den hast. Ich glaube Dei-
ne erste Solo CD war die „Show EP“ im Jahre 1996. Zuvor warst Du bereits bei ATARI TEENAGE RIOT (ATR) involviert. Warum hast Du damals neben ATR Dein eigenes Ding gestartet?
 
Hanin Elias: Ich habe auch
schon vor ATR eigene Musik gemacht und da ich einen
sehr weit gefächerten Musik-
geschmack und viele Ideen
habe, fand ich es angebracht außerhalb von ATR,  die ja musikalisch doch sehr ein-
geschränkt waren, an eige-
nen Ideen zu arbeiten. Ich habe dann auch "No Games No Fun" und "Future Noir" heraus-
gebracht auf meinem eigenen Label "Fatal Recordings". Das war nach ATR in den Jahren 2003 und 2004. Ich hatte immer einen Hang zu eher melancholischer Musik aber auch die rebellische Seite. Ich wollte gerne beiden Seiten Ausdruck verschaffen. Auf "Future Noir"
und "No Games No Fun" sind immer beide Elemente vorhanden.
 
Dan Davis: Ja, beides Hammer CDs. Wenn man die Musik Deiner Solo CDs hört,
dann kann man schon eine unglaubliche Entwicklung von der „Show EP“ bis hin
zu heute erkennen. Die neuen Sachen wirken auf mich um einiges ausgereifter,
obwohl jede CD für sich ihren eigenen Reiz hat. Und CDs wie „Future Noir" von Dir
klingen, im Vergleich zu ATR,  doch geradezu ruhig und besinnlich…
 
Links: Cover der "Show
E.P." von Hanin Elias.
 
Hanin Elias: Mein eigenes Ding ist es eigentlich gar nicht, denn ich habe auf
beiden Alben immer mit ins-
pirierenden Menschen zu-
sammen gearbeitet wie mit
Marc Scheffer aka. C.H.I.-
F.F.R.E., TweakerRay und
J Mascis (DINOSAUR JR.), Thurston Moore (SONIC
YOUTH), Merzbow, P. Virus etc. Ich selbst hatte Sehn-
sucht nach Tiefe und Gefühl, Sensibilität nach 10 Jahren
ATR und konnte mich wie-
derentdecken durch die
Songs, die danach entstan-
den.
 
Dan Davis: Im Mai 2011 ist endlich Deine neue Solo-CD „Get it back“ erschienen. Diese wirkt teilweise auch wieder ein wenig „Back to the Roots“ und ATR-like. Wie lange hast Du an der CD gearbeitet und welche Track ist Dein Favorit?
 
Hanin Elias: Manche Tracks erinnern an ATR weil sie kämpferisch sind, doch finde ich
das Album sehr variationsreich und es sind auch einige sehr gefühlvolle Tracks dabei wie "Melancolia" mit Diego Sagredo, "I want you" mit Tikahiri und der Tying Tiffany Remix von "Future Noir".
 
Rechts: Cover der CD
"Get it back" aus dem Jahr 2011 von Hanin Elias.
 
Andere Tracks sind von Hip
Hop und Dubstep inspiriert, "Axis shifting", "Do you "Know", "Dead Eyes" und
"New Order" sind dann eher
eine Homage an die ATR
Zeiten, in denen es darum ging, politisch motivierte Mu-
sik zu machen. Es gibt noch
so viele Dinge, die mich auf-
regen und verändert werden
müssen und mir zu kämpferi-
schen Texten und aggressi-
veren Tönen verhelfen, dass
ich sie nicht ignorieren kann.
 
Die CD entstand über einen
Zeitraum von 6 Jahren, in dem ich teilweise In Französisch Polynesien lebte, in Chile und
USA war und auch mit Marcel Degaz (DIE KRUPPS) in Hamburg an Tracks arbeitete, wo
dann auch "Get it Back" entstand.
 
Ich stehe zu allen Songs und ich habe täglich einen neuen Favoriten, der meiner jeweiligen
Tageslaune entspricht.
 
Dan Davis: Es gab ja eine Reunion von ATARI TEENAGE RIOT. Ich selbst habe euch
glaube ich zum ersten Mal als Vorband von KMFDM in Stuttgart in der Röhre vor vie-
len Jahren gesehen. Die habt ihr damals meiner Meinung nach ziemlich platt ge-
macht. Gegen euren Speed hat KMFDM geradezu wie eine Tanzkombo gewirkt. Ein
Freund von mir hat damals direkt aus der Röhre seine Freundin angerufen, sie solle
sofort nachkommen, um noch etwas von euch mitzubekommen. Eben ist das neue
Album „Ist this Hyperreal?“ im Juni 2011 von ATARI TEENAGE RIOT erschienen.
Hast Du da auch mitgewirkt? Auf dem Cover ist eine Frau die sieht aus wie Du...
 
Links: Cover der CD "De-
lete yourself (mit Hanin Eli-
as in der Mitte) der Kultfor-
mation ATARI TEENAGE RIOT, bei der Hanin Elias etwa 10 Jahre spielte.
 
Hanin Elias: Bei der neuen ATR Formation bin ich nicht dabei. Nic Endo hat jetzt
das Amt der neuen Front-
frau inne.
 
Das führt häufig zu Ver-
wechslungen, da sie inzwi-
schen den gleichen Haar-
schnitt trägt (lacht). Ich
war nur von 1992 bis 2002
bei ATR. Mit dem neuen
Album hab ich nichts mehr
zu tun.
 
Dan Davis: Ja Du, das mit dem gleichen Haarschnitt und so weiter und was dahinter
stecken kann, das kennen wir ja aus Filmen wie Basic Instinct (lacht). Doch zurück
zu ernsteren Themen. Alec Empire ist ja ebenso wie Du Solo unterwegs und hat auf
diesem Wege auch den Track „New World Order“ samt Video herausgebracht. Des-
halb eine Frage an Dich zum Weltgeschehen: Könntest Du Dir vorstellen, dass eini-
ge Kriege auf der Erde aus einem anderen Grund in die Wege geleitet werden, als
offiziell angegeben? Kriege, die bewusst vom Zaun gebrochen werden, obwohl sie eigentlich nicht notwendig wären? Oder ist diese Vorstellung für Dich absurd?
 
Hanin Elias: Kriege sind meiner Meinung nach nie notwendig und werden nur aus Gründen der Gier und des Hasses, der polischen Interessen, ausgetragen.
 
Rechts: Cover der CD "No Ga-
mes no Fun" von Hanin Elias.
 
Die Schuldigen sind immer die Wirtschaftbosse und Finanz-
mogule, religiöse Fanatiker.
Das Bankensystem und das Waffenbusiness. Ohne diese  Kriegstreiber gäbe es Hoffnung
auf Frieden. Wir sind aber so
von unserer Geldstruktur beses-
sen, dass wir das nicht ein mal
in Frage stellen.
 
Dan Davis: Was hältst Du von Filmen wie „23“, „Illuminati“
oder „Conspiracy Theory“? Könntest Du Dir vorstellen, dass es tatsächlich eine ge-
heime Hintergrundregierung
gibt, egal ob diese sich nun
heute noch – oder wieder – Illuminaten nennen oder gänzlich anders, die die Macht in den Händen halten?
Oder ist diese Vorstellung reine Fiktion?
 
Hanin Elias: Ich distanziere mich von Conspiracy Theory, denn die Macher haben ja selber Interessen, die sie nicht offenlegen. Ich fand "Inside Job" und "Network" da viel überzeugen-
der.
 
Links: Cover der Remix-EP
von "In Flames" by Hanin
Elias.
 
Dan Davis: Ist Musik für
Dich die wichtigste Ne-
bensache der Welt?
 
Hanin Elias: Ja!
 
Dan Davis: Was war Dei-
ne erste LP/CD, die Du
Dir gekauft hast? Und
was Deine letzte?
 
Hanin Elias: Meine erste
war 1981 von DEPECHE MODE "Speak and Spell",
das letzte Album ist AUS-
TRA mit "Feel it Break'.
 
Dan Davis: Wie kommt
man als Punkrockerin des elektronischen 21. Jahrhunderts wie Du in der Vergangenheit dazu, als Gastmusiker
Bertil Mark zu holen, der ja eigentlich eher von seiner Tätigkeit mit den FANTASTI-
SCHEN VIER bekannt ist?
 
Hanin Elias: Bertil ist einfach ein super Typ und genialer Allrounder! Er ist ein sehr flexibler
Drummer und offen für alle Musikrichtungen.
 
Dan Davis: Im Jahr 2005 hast Du Dich dem Industrial-Projekt PIGFACE angeschlos-
sen, dem unter anderem kein geringerer als Trent Reznor von den NINE INCH NAILS
angehört. Ihr wart sogar auf US-Tournee. Hast Du noch Kontakt zu den Jungs?
 
Rechts: Cover der CD "Gub"
von PIGFACE. Im Jahr 2005
schloß sich Hanin Elias der
Formation um Trent Reznor
(NIN) an.
 
Hanin Elias: Ich bin noch in Kontakt mit einigen Künstlern,
die ich auf der Pigface Tour kennengelernt habe, wie zum Beispiel En Esch, dem Filme-
macher Diablo und Sheep on
Drugs. Trent Reznor war mir immer schon sehr sympathisch
und wir haben uns sehr gut auf
Tour verstanden, er hat sich
jede ATR Show angesehen!
 
Dan Davis: Glaubst Du an
ein Leben nach dem Tod?
 
Hanin Elias: Ich hoffe, dass es sowas wie Wiedergeburt gibt,
wenn nicht, hab ich halt Pech gehabt...(lacht).
 
Aber es gibt in der Natur immer eine Weiterentwicklung. Etwas stirbt, transformiert sich, löst sich in Gas oder Luft auf, wechselt die Elemente und etwas Neues entsteht. So ist es auch im Leben, ich bin nicht mehr bei ATR, dafür habe ich jetzt eine Solo CD (lacht).
 
Dan Davis: Was sind Deine Pläne für 2011? Spielst Du auch einige Konzerte zur ak-
tuellen CD „Get it Back“?
 
Hanin Elias: Ich fliege morgen nach Paris und trete dann in der Normandie auf dem Festival
Chaufferdans la Noirceur mit PUBLIC ENEMY und TYING TIFFANY auf. Ich werde im Herb-
st wohl eine Brasilien Tour für mein neues Album "Get it Back" machen!
 
Dan Davis: Dann wünsche ich Dir alles Gute und viel Spass!
 
(COVER UP Newsmagazine, 13.7.2011)
 
 
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Hanin Elias - Burn
 
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