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Dan Davis im Interview mit PETER HEPPNER
Der ehemalige WOLFSHEIM-Sänger über die neue CD, Überwachungsstaat, die Welt & mehr
 
PETER HEPPNER ist seit Jahren erfolgreich
im Musikgeschäft tätig. Mit seiner Formation WOLFSHEIM erreichte er bereits im Jahr 1998
im Duett mit JOACHIM WITT und der Single "Die
Flut" Platz 2 der deutschen Single-Charts, das Album "Spectators" schaffte es im Jahr 1999 auf Platz 2 der deutschen Album-Charts und im Jahr 2003 erreichte die Band mit dem Album "Casting Shadows" sogar über 38 Wochen Platz 1. Jetzt
folgt sein neues Soloalbum & die neue Single.
 
Peter Heppner ist ein absolutes Ausnahmetalent,
der in der Vergangenheit nicht nur mit NENA, KIM SANDERS & vielen anderen Größen zusammengear-
beitet hat. Nachdem er im Jahr 2003 über 38 Wochen mit WOLFSHEIM und der CD "Casting Shadows" die Spitze der deutschen Album-Charts angeführt hatte, folgten Hits mit SCHILLER und PAUL VAN DYKE,
bevor er es dann im Jahr 2008 mit seinem ersten Solo-
Album "Solo" bis auf Platz 9 schaffte. Am 18. Mai 2012 erscheint das neue Album "My Heart of Stone", in das Dan Davis bereits vorab hineinlauschen durfte. Bereits am 4. Mai erschien dazu die erste Single-Auskopplung mit dem Titel "Meine Welt". Bei einem extra für das Interview angesetzten Termin berichtet Peter Heppner Dan Davis nicht
nur Details zur neuen CD, sondern er geht auch auf Themen wie den ständigen Ausbau des Überwachungsstaates, außerirdischen Leben, korrupte Staatsführer und vieles anderes ausführlich ein. Jetzt hier Exklusiv in COVER UP!

Peter Heppner im Interview mit Dan Davis zum
Thema Ausbau des Überwachungsstaat:
"Das finde ich fürchterlich. Die Vorstellung, dass wir
heute auch mehr überwacht werden, als das in den
Diktaturen, die wir in diesem Land schon hatten, über-
haupt nur möglich war, finde ich ganz fürchterlich. Schrecklich."

 
Rechts: Peter Heppner (by Mathias Bothor).
 
Dan Davis: Dein letztes Album „Solo“ war
aus dem Jahr 2008. Ich persönlich finde die
neue CD weitaus abwechslungsreicher als
Dein letztes Album. Wie lange hast Du daran gewerkelt und warum hast Du sie „My Heart
of Stone“ genannt?
 
Peter Heppner: (lacht) Ich habe ziemlich genau
zwei Jahre daran gearbeitet. Das kann ich auch deshalb so genau sagen, weil ich es mit Dirk und Lothar zusammen gemacht habe, und wir im
Januar 2010 die erste Session hatten. Da haben
wir dann im Grunde genommen mit der Platte angefangen. Mir ist dieser Titel so eingefallen und
ich fand ihn klasse, es war aber nur einer von
mehreren Kandidaten. Ich kannDir jetzt gar nicht genau sagen, wie ich darauf gekommen bin. Es
war dann so, dass Ulrike Rank zeitgleich an
einem Cover gearbeitet hat für die Maxi-Single.
Und ich hatte ihr gesagt, na ja, dann möchte ich schon, dass da irgendetwas von dem Video drauf ist. Dann hatte sie ein paar Vorschläge gemacht, die fand ich alle nicht so gut. Ich sagte ihr, mache doch nochmals ein paar Vorschläge. Dann schickte sie eben nochmals eine Ladung Vorschläge. Und plötzlich war eben dieses Cover dabei mit dem steinernen Herz. Und das passte natürlich wie die Faust aufs Auge zu dem Titel, den ich ohnehin schon hatte. Aber so ganz aus dem Blauen kam der Titel natürlich nicht, dass der überhaupt in Frage kam. Also wenn mir so ein Titel einfällt, dann wird es natürlich auch schon gute Gründe haben, warum ich das passend finde. Bei diesem Titel war es so, dass ich dachte, dann lass uns doch mal kucken, wie versteinert oder wie steinern mein Herz denn mittlerweile ist. Oder wie sehr es
eben nicht so ist. Und das habe ich dann für mich dann auch mit als Aufhänger für die Produktion genommen und quasi auch für die letzte Phase. Und das ist ja dann auch so 4-5 Monate vor dem Ende der Fertigstellung der Platte so passiert. Und ich dachte, ja gut, dann steht das für mich auch so ein bisschen unter dem Motto, dass ich dann einfach mal so kuck, wie sehr mich denn die jahrelange Beschäftigung mit diesen Themen verhärten lassen haben oder ähnliches, und ich muss sagen, es hat mich gar nicht abhärten lassen, es tut alles immer noch genauso weh.
 
Dan Davis: Die Sachen, wo Du bisher veröffentlicht hast als Peter Heppner, also Deine Solo-Sachen, würdest Du diese zwischenzeitlich so ein bisschen als Fortsetzung von WOLFSHEIM sehen, oder ist das
für Dich dann doch noch so eine komplett andere Seite von Dir? Und wo würden für Dich denn die maßgeblichen Unterschiede zwischen Deinen Arbeiten, die Du mit WOLFSHEIM gemacht hast und
Deinen Solo-Sachen für Dich persönlich liegen?
 
Peter Heppner: Also sagen wir es mal so, ich
habe mich das bei der ersten Solo-Sache, bei
der „Solo“-Platte, auch gefragt. Irgendwie frage ich
mich das jetzt nicht mehr Ich habe ja nicht nur für
WOLFSHEIM gearbeitet. Im Grunde genommen
geht es ja nicht nur um die künstlerische Geschichte von WOLFSHEIM. Für mich geht es
um meine künstlerische Geschichte, und die bestand zwar zu einem sehr großen Teil aus WOLFSHEIM, aber schon von Anfang an nicht
nur. Ich habe ja auch schon in den Anfangstagen von WOLFSHEIM angefangen, mit anderen zusammenzuarbeiten, mit GIRLS UNDER GLASS und anderen. Das sind ja auch schon ganz frühe Sachen gewesen, die ich gemacht habe, auch mit UMBRA ET IMAGO. Die späteren Sachen ja sowieso. Von der Öffentlichkeitswirkung her ist es sehr sehr lange so gewesen, dass ich mit meinen Solo-Platten ja eigentlich sehr viel erfolgreicher war, als mit dem, was ich mit WOLFSHEIM gemacht habe. Das hatte eben die viel größere Öffentlich-
keitswirkung. Da sich jetzt so hinzustellen und das auf WOLFSHEIM zu reduzieren, dass ist nicht meine Sicht der Dinge. Das war sie auch noch nie. Das was ich mache, ist halt meine künstlerische Geschichte und in sofern hat sich eigentlich nicht viel verändert. Das ist ein bisschen aus dem Tritt geraten, zum Beispiel durch die Trennung mit WOLFSHEIM. Da sind aber auch andere Sachen privat passiert, die auch eine Rolle spielten. Jetzt habe ich letztendlich meinen inneren Frieden, meinen künstlerischen, wieder gefunden, und jetzt fühlt es sich genauso wieder an wie früher. Damit kann ich Dir sagen, damit unterscheidet sich jetzt nichts mehr. Bei der „Solo“-Platte, da habe ich bewusst Sachen anders machen wollen, bewusst versucht, Dinge zu vermeiden. Das habe ich jetzt gar nicht mehr gemacht, weil ich das irgendwie auch doof fand, irgendwann habe ich für mich auch begriffen, es ist letztendlich meine Arbeit, ob ich die für WOLFSHEIM mache, für irgendwelche Solo-Projekte oder jetzt eben hierfür. Das ist für mich völlig unerheblich und macht auch keinen Unterschied.                  
 
Dan Davis: Ok. Jetzt auf der neuen CD ist ein grandioses Stück, finde ich, ein Duett mit dem Titel „Deserve to be alone“…
 
Peter Heppner: Oh ja, Kim…
 
Dan Davis: Ja, wollte ich gerade fragen. Wer ist da die Solo-Partnerin und gibt es zu dem Stück vielleicht ein paar Worte zu sagen?
 
Peter Heppner: Also die Solo-Partnerin ist KIM
SANDERS, die kenne ich eigentlich schon sehr
sehr lange. Wir haben uns bei SCHILLER kennen-
gelernt. Bei der ersten SCHILLER-Tour. Sie ist
auch langjährige Gastsängerin bei SCHILLER
gewesen und hat ja selber auch sehr sehr schöne
Platten gemacht. War jetzt eben auch bei „THE
VOICE OF GERMANY“, ist da ja Zweite geworden. Dieses Projekt hätte fast wegen THE VOICE nicht stattfinden können. Ich wollte schon sehr sehr lange etwas mit Kim machen. Ich kenne sie jetzt seit 8 Jahren. Wir haben uns richtig richtig gut verstanden
und mögen uns auch sehr. Und wir wollten eigentlich auch schon immer etwas zusammen machen, und das ist aber aus verschiedensten Gründen immer
nicht so richtig dazu gekommen. Das würde jetzt zu weit führen, darüber zu reden, aber es gab dann dauernd immer irgendwelche Situation, wo es nicht gepasst hat oder wo es dann nicht hätte klappen
können. So, und dann habe ich mich jetzt denn auch hingesetzt und gesagt, na ja gut, das kann auch nicht klappen, wenn sich keiner von uns beiden hinsetzt und auch mal ein Lied dafür schreibt. Dann hatte ich eben „Deserve to be alone“ als Demo-Idee und hab dann letztendlich auch gesagt, gut, dann schreibe ich das auch jetzt mal für Kim. Und habe es eigentlich auch eher für sie Solo geschrieben, muss ich ganz ehrlich sagen. Dann merkte ich, die Produktion rückt näher, und wollte sie im Grunde gerade anrufen uns sagen „So, Kim, hier… Ich hätte hier ein Stück. Bereite Dich mal darauf vor, dass ich im November Dir sag, dass wir im Studio mal was zusammen machen wollen, wenn es Dir gefällt…“ Das ist natürlich die Grundvoraussetzung dafür. Und dann erfuhr ich von einem Freund, dass Kim bei THE VOICE ist. Und das bedeutete, dass sie ein paar Monate lang komplett eingespannt sein würde, vor allen Dingen war mir ja klar, die fliegt nicht gleich raus. Das ist eine der besten Stimmen, die es überhaupt gibt auf dieser Welt. Also natürlich fliegt die nicht gleich raus… (lacht). Also deswegen war mir ziemlich klar, die wird also mindestens Zweite oder Dritte, wenn nicht Erste. Und deswegen hieß es, die wird auf jeden Fall bis zum Schluss
im Contest bleiben. Und ich wollte eigentlich im Dezember letzten Jahres die Platte abgeschlossen haben. Nun war es dann aber so, dass unsere Produktionszeit sich mal eben nicht verdoppelt sondern vervierfacht hat. Wir haben statt einem Monat dann vier Monate dran gesessen und waren im Februar immer noch dabei. Und da war dann ja THE VOICE schon zu Ende. Und dann habe ich sie also doch noch mal kontaktiert, hab ihr das Lied geschickt, und sie hat sich gefreut darüber, dass wir das jetzt zusammen machen konnten. Sie mochte das Lied auch sehr, und dann haben wir es eben zusammen gemacht. Und ich habe tatsächlich auch meine Wunschversion, eine Solo-
Version von Kim, die habe ich auch… (lacht) Die kann nur ich genießen im Moment… Da freue ich mich aber sehr drüber… Aber wir haben es natürlich jetzt, weil es die Heppner-Platte ist, im Duett gemacht, aber die eigentliche Wunschversion von mir war das Lied von Kim gesungen zu bekommen. Und das habe ich jetzt…
 
Dan Davis: Das kommt dann vielleicht irgendwann später mal, wer weiß...?
 
Peter Heppner: Jaa… Ja, klar. Natürlich habe ich das Lied für sie geschrieben. Sie wird es natürlich benützen können, wie sie es will. Und wenn sie es auf ihre nächste Platte nehmen möchte, dann darf sie das. Dann ist das alles mit einem Segen. Ich würde mich drüber freuen.

Dan Davis:
Eines Deiner neuen Videos hast Du zu dem Song „Meine Welt“ gemacht. Der Song wirkt für mich jetzt schon ein bisschen zeitkritisch mit so Zitaten wie `Ich male einen Herrscher, der mal nicht
durch die Macht verdirbt…` usw. War der Hintergrund dazu auch ein bisschen der, dass Du die Menschen
ein wenig wachrütteln wolltest? Oder gab es einen bestimmten Auslöser?  
 
Peter Heppner: Ja, ich meine, das ist ja auch so ein
bisschen unser Job als Künstler. Den Leuten Dinge
zu zeigen oder so ein bisschen vorzutouren, auch
damit sie vielleicht auf die eine oder andere Idee
kommen… Na klar wollte ich das. Also das will man ja
immer als Künstler. Das liegt so ein bisschen in der Berufsbeschreibung. Es geht mir aber schon so ein bisschen auf den Keks heutzutage, dass die Gesell-
schaft immer so abgeklärt tut. Immer so tut, als müsse man sich für Dinge nicht mehr einsetzen,
weil man sie ja doch nicht gleich umsetzen kann. Das mag ja sein, dass man sie nicht gleich umsetzen kann, aber deswegen müssen wir sie doch als Visionen und als Ziel doch im Kopf behalten. Und das ist auch nicht naiv, wenn man sich eine bessere Welt wünscht, sondern das ist ein legitimer Wunsch. Und das sollte unser aller Ziel sein, dafür sollten wir alle arbeiten. Und nur weil ich nicht gleich morgen das Paradies auf Erden haben kann, heißt das ja nicht, dass ich es mir nicht wünschen sollte. Und das ist genau der Punkt. Und das geht mir heutzutage so ein bisschen unter. Die Ziele, die wir haben. Und das wir die Ziele, die wir haben, nicht aus den Augen verlieren.
 
Dan Davis: Du hast eine Version des Songs auch mit Kindergesang auf dem Album…
 
Peter Heppner: Ja.
 
Dan Davis: Dann am Anfang des Songs, vielleicht auch noch kurz erwähnenswert, der kleine Witz mit der fliegenden Untertasse im Video noch mit drauf (lacht). Ebenso auf dem Cover zur MCD. Denkst Du, dass es irgendwo dort draußen noch höherentwickeltes Leben als hier auf der Erde gibt?  
 
Peter Heppner: (lacht) Ach Gott, ach Gott… Ja, äh, sagen wir es mal mit den berühmten Worten, ich weiß grad nicht, von wem sie sind: Da ist so viel Platz im Weltall, das wäre doch eine tierische Platzverschwendung…
 
Dan Davis: Ok. Vertiefen will ich es nicht, aber noch eine Frage vielleicht dazu: Denkst Du, dass die uns eines Tages finden könnten, wenn man zum Beispiel an Erich von Däniken und all diese Leute denkt, oder das sie vielleicht schon mal da waren?
 
Peter Heppner: Sagen wir es mal so: Das ist jetzt
kein Zitat. Aber das Weltall ist so groß und die Zeiten, die hier vergehen sind so lang, dass es
sehr sehr erstaunlich wäre, wenn mal zwei Zivilisationen gleichzeitig auf so einem Stand
wären, dass sie eine Möglichkeit finden würden,
sich auszutauschen. Jetzt mal ganz physikalisch und ganz realistisch, das ist einfach alles zu weit weg. Das geht nicht. Das wird einfach nicht funktionieren. Weil es gibt da so Konstanten, die können wir nicht übertreten. Wie das nichts im Weltall schneller sein kann, als die Lichtge-
schwindigkeit. Und dementsprechend kann man sich ausrechnen, wie wahrscheinlich das ist, dass man da mal ne echte Kommunikation finden kann. Und dann ist es auch noch so groß, sich dann zu finden. Das wird schon sehr schwierig. Und
das jetzt, wie gesagt, zwei Zivilisationen gleichzeitig auf so einem Niveau sind und sich  dann noch austauschen könnten… Ich halte das alles für sehr unwahrscheinlich. Aber ich weiß es nicht. Es wird ne gewisse Wahrschein-
lichkeit geben dafür, dass das sein könnte. Und wie das mit Wahrscheinlichkeiten so ist, die treten blöderweise
auch immer genau so ein…      
 
Dan Davis: Du hast ja noch ein Video zur neuen CD, wie ich gesehen habe, mit dem Titel „God Smoked“. Auch ein sehr guter Song. Komplett anders. Was gibt es zu dem Stück und den Hintergründen zu sagen?
 
Peter Heppner: Das war eine von den sehr wenigen Auftragsarbeiten, die ich in meinem Leben gemacht habe. Und zwar war das für eine Dokumentation über Howard Marks. Ich weiß nicht, ob Du den kennst,der hat eine sehr erfolgreiche Biographie geschrieben.
Die heißt „Mr. Nice“, die ist auch verfilmt worden mittlerweile, und das ist eine sehr interessante
Person. Er hat als Marihuana-Dealer oder ähnliches gelebt, ist dann aber dafür komischerweise gar nicht ins Gefängnis gekommen, und hat das irgendwie in einer Art und Weise wohl gemacht, dieses ganze Ding, dass die Vermutung nahe liegt, er wäre gar kein Krimineller gewesen, sondern er hätte das im Auftrag irgendwelcher Regierungen gemacht. Oder ähnliches. Naja, das ist ja nur so die Vorgeschichte. Dann hat
er danach, als er wieder in England war, Philosophie studiert, und hält mittlerweile Lesungen, absurder-
weise nicht nur im Radio, sondern auch auf irgend-
welchen großen Musikfestivals. Da steht er da und
hält ne Stunde lang eine Lesung. Und das kommt
aber sehr gut an. In England ist er eine ziemliche Kultfigur. Und es gibt einen deutschen Regisseur, Broellochs heißt der, der hat auch dieses Video gemacht, ich weiß im Moment nur seinen Vornamen nicht, aber es sind die Broellochs-Brüder. Das sind zwei Brüder, der eine ist Regisseur, der andere macht quasi die Videofirma. Und der hat den Howard Marks kennengelernt. Der Regisseur. Und dann fanden die sich nett und dann haben die gedacht, ja klar, machen wir doch mal ein Projekt zusammen, und dann hat
er einfach so dieses Konzept für diesen Film entwickelt. Der besteht dann eben zum Teil aus dokumentarischem
Material, wo der Regisseur so ein bisschen erzählt, wie er ihn kennengelernt und erlebt hat. Dann besteht sie aus
Teilen, in denen auch Howard Marks zu Wort kommt, und das dritte, was er in diesem  Film haben wollte, weil
Howard Marks selber eben auch ein großer Liebhaber moderner Musik ist, und alternativer Musik auch, wollte der
Regisseur eben auch Musikvideos in diesen Film integrieren. Und deswegen hat er dann Leute gesucht, die dabei
dann mitmachen. Ich fand die Idee klasse. Und konnte auch mit dem Thema etwas anfangen. Das sollte sich dann immer orientieren an Themen, die dann Howard Marks in einer seiner Rezitationen dann vorgibt. Und ich bekam das Thema Evolution ab. Und hab mir auch die Frechheit herausgenommen, dann einfach auch den Titelsong zu machen. Das fand dann der Regisseur auch richtig gut. Und er fand das Lied auch gut und so kam es zu der Idee und so kam es zu dem Titel. Der Titel ist nicht von mir. So heißt die Dokumentation.
 
Dan Davis: Ok. Es gibt ja die neue CD auch als Limited Edition. Da hast Du jetzt auch Sachen drauf aus Deiner Vergangenheit, die zeigen, dass Du auch durchaus dazu stehst, wie UMBRA ET IMAGO, wurde ja vorher schon angesprochen, mit „Hörst Du mein Rufen“ ist mit drauf, dann „Die Flut“ mit JOACHIM WITT. Was würdest Du, wenn Du bislang auf Deine Karriere zurückblickst, zu den "Sternstunden" zählen? Das muss ja nicht immer das sein, was so allgemein angenommen wird. Gibt es da irgendwas, wo Du sagst, dass war es…
 
Peter Heppner: …Puuh, also das würde ich nicht so wollen… Das mache ich für mich selber auch nicht. Ich setze mich jetzt nicht hin und sage, oh, was war denn hier jetzt besonders toll. Das finde ich auch unfair. Weil ganz verschiedene Sachen, die ich gemacht habe, unter ganz verschiedenen Vorzeichen stattgefunden haben. Also wenn ich jetzt an die Zusammenarbeit mit MILÙ und KIM SANDERS denke, in der Vergangenheit jetzt, dass ist jetzt nicht so besonders erfolgreich geworden, dass heißt jetzt aber nicht, dass ich das selber jetzt als weniger, oder geringere Sternstunde, betrachte… Im Grunde genommen sind alle diese Dinge, die ich da gemacht habe, Sternstunden…
 
Dan Davis: Genau das meinte ich, dass sich das eventuell von der reinen verkaufstechnischen Sicht, wie es außerhalb eventuell betrachtet wird, unterscheidet.
 
Peter Heppner: Deshalb auch, weil alle diese
Dinge fertig geworden sind. Das klingt jetzt
komisch, viele Dinge scheitern, weil man
einfach merkt, es wird nichts. Oder das bringts
nicht. Oder das sollte keiner von den Beteiligten
machen, weil das einfach am Ende niemanden
was Gutes bringt, sondern eher schadet. So,
und dann muss man Sachen einfach abbrechen. Gott sei Dank ist es mir meistens gelungen, das eben im Vorfeld schon zu wissen, zu erahnen oder wie auch immer. Und bei diesen Sachen, die man dann umsetzen konnte, die haben alle Wochen
und Monate überstehen können, weil sie einfach auch so gut waren und weil man auch merkte, das
passt. Es entwickelt sich in die richtige Richtung.
Es wird halt das richtige Lied. Und das sind alles
ganz ganz spannende Sachen gewesen, und im Grunde genommen freue ich mich über jede einzelne Sternstunde, ich sehe sie aber weniger als Sternstunden, für mich sind das eher so Meilensteine. Und das
sagt man auch nicht, der erste war aber jetzt toller als der fünfzehnte Meilenstein. Das sind halt Meilensteine. Die
sind alle wichtig und an jeden erinnert man sich gerne. Weil man einfach gemerkt hat, ok, man kommt voran, aber
da hätte ich jetzt nicht einen herausheben sollen.
 
Dan Davis: Ein verbindendes Konzept, wo ich jetzt so ein bisschen zwischen den WOLFSHEIM- und Deinen Solo-Sachen gefunden habe ist, dass Du auf den CDs immer wieder auch deutschsprachige Songs bringst. Das ist Dir offensichtlich auch wichtig. Gibt es davon etwas, was Dir Deiner Meinung nach mehr liegt? Oder vielleicht, weil die Hörer dem eventuell etwas mehr Aufmerksamkeit widmen, wenn Du es in Deutsch und nicht in Englisch singst?
 
Peter Heppner:  Jein. Das lässt sich schwer beantworten. Ich entscheide das nicht wirklich bewusst, ob ich jetzt ein Lied in Deutsch oder Englisch mache. Ich sitze da quasi mit der Musik, mit der musikalischen Idee, mit dem, was ich mir schon an Gedanken gemacht habe vorher, und fang dann an, die Gesänge zu komponieren, und für mich dann im Kopf das Lied zu arrangieren. Um eine Vorstellung davon zu entwickeln, wie das so sein könnte, und dabei
stellt sich bei mir auch so ein ein Gefühl ein, welche Sprache besser wäre. So, und dann entscheide ich danach, welche Sprache und was mir dazu einfällt, was stärker ist, danach entscheide ich, was ich nehme. Das ist in ganz ganz vielen Fällen Englisch, was ich dann einfach stärker finde, was ich dann einfach passender finde, und in einigen Fällen ist es aber auch Deutsch. Da würde ich jetzt auch keine Sprache rausnehmen wollen. Was ich sagen kann über Unterschiede dabei ist, dass es in Deutsch sehr sehr viel schwieriger ist zu texten als in Englisch. Weil die englische Sprache ist einfach gefälliger. Das merkt man ja auch daran, dass so viele Dinge mit englischen Kürzeln benannt werden. So was wie „Handy“ oder so, das empfinden wir dann gleich als gefällig. Das geht auch Engländern so. Das geht nicht nur uns Deutschen so. Deswegen sind diese Anglizismen auch überall auf der ganzen Welt so beliebt. Weil sie eben sehr schnell sehr gefällig wirken. Und auch sehr schnell Dinge hörbar zu machen sind, die man in Deutsch niemals sagen könnte… Weil es einfach peinlich und flach wäre, wenn man das tun würde. Aber ins Englisch klingt es eben gut. Und deswegen ist es sehr viel einfacher in Englisch zu texten als in Deutsch. Das hat
auch damit zu tun: In der englischen Sprache gibt es viel viel mehr ein- und zweisilbige Worte. Im Deutschen fängt
es im Grunde erst ab drei Silben an, interessant zu werden. Und dann haben wir auch noch so schöne lyrische
Worte wie Leidenschaft, wo Du sagst, na ja, tolles Wort, vom Inhalt her - ich liebe das Wort, wenn man es im Sprechen benutzen kann - aber finde da mal nen Reim drauf. Oder finde mal einen lyrischen Zusammenhang, wo
der Klang des Wortes Leidenschaft nicht alles kaputt macht. Das ist einfach schwierig. Deswegen ist die deutsche Sprache sehr sehr schwierig zu händeln. Ich finde aber, wenn man es hinkriegt, dann ist es geil! Dann ist es auch richtig klasse. Und dann weiß ich gar nicht, ob ich das nicht besser finde so. Das kommt eben auch auf das richtige Stück und den richtigen Zusammenhang an.
 
Dan Davis: Ein sehr sehr schönes Stück auf Deiner neuen CD ist der Song „Alles klar“. Hast Du dazu noch ein paar Worte zu sagen?
 
Peter Heppner: ja, also das, was ich dazu sagen
könnte ist, ich habe es nicht geschrieben für die
EM oder die Olympiade. Das hat sich zufällig so
ergeben! So absurd das jetzt klingt, aber das
stimmt tatsächlich. Ich hatte mit Dirk und Lothar,
also mit Dirk Riegner und Lothar Manteuffel eben
schon so ein paar Whithin-Sessions gemacht,
also so ein paar Stück beisammen, ich fand
aber, dass wir zu wenig schnelle Stücke hatten. Und habe dann auch den Jungs gesagt, gut, lass uns mal bei den nächsten Sessions ein paar schnellere Stücke machen. Das haben wir dann auch gemacht und plötzlich hatten wir die Musik zu „Alles klar“ da. So. Dann saß ich da und dachte, es ist toll, es ist schneller, es ist ein
geiles Stück, aber was um Himmels Willen singe ich dazu? Das war mir sehr lange nicht klar. Da musste ich als erst mal zwei, drei Wochen drüber nachdenken, bis ich dann gedacht habe, na ja ok, wenn ich daraus jetzt so eine Sport-Hymne mache, dann ist
das natürlich schwierig für mich. Ich stelle normalerweise höhere Ansprüche an Texte, als das bei den üblichen
Sport-Hymnen so der Fall war in der Vergangenheit. Na ja gut, aber wenn ich das hinkriege, eine Sport-Hymne zu schreiben, und trotzdem diese Ansprüche zu haben und die auch zu erfüllen, dann ist es ja in Ordnung. Und das habe ich dann eben auch versucht. Das war dann auch nicht leicht, muss ich ehrlich sagen, also ich habe da
lange dran gesessen und sehr dran geknabbert, bis ich das dann hingekriegt habe, aber jetzt im Nachhinein finde
ich das klasse. Und jetzt finde ich es richtig gut.
 
Dan Davis: Ein anderes schnelleres Stück, was ich sehr gut finde, ist „I won`t give up“…
 
Peter Heppner: Ja, super…
 
Dan Davis: Eine Frage jetzt vielleicht noch total aus dem Rahmen fallend, um einfach ein Meinungsbild von Dir zu bekommen. Wenn Du das Szenario der letzten Jahre so ein bisschen betrachtest, findest Du den Ausbau des Überwachungsstaates, der überall stattfindet, eher einen Fluch oder einen Segen? 
 
Peter Heppner: Fürchterlich…
 
Dan Davis: Fürchterlich?
 
Peter Heppner: Ich bin ein Kind der Achtziger,
deshalb finde ich das fürchterlich. Ich versteh
auch nicht, wieso man heutzutage bei Dingen
einfach zukuckt, wofür man in den Achtzigern
noch auf die Straßen gegangen ist, und wofür
der Minister zurückgetreten ist und ähnliches…
Und da fragt man sich natürlich langsam, ja
gut, toll, damals hat man es dann noch irgendwie verhindert und trotzdem hat es sich dann in den letzten 20 Jahren dann eingeschlichen. Das finde ich fürchterlich. Die Vorstellung, dass wir heute auch mehr überwacht werden, als das in den Diktaturen, die wir in diesem Land schon hatten, überhaupt nur möglich war, finde ich ganz fürchterlich. Schrecklich.
 
Dan Davis: Ok… Abschließend vielleicht noch die Pläne für die nächsten Monate. Ich denke mal, Dein Terminkalender ist reich gefüllt. Wirst Du auch
live spielen…?
 
Peter Heppner:  Äh, warte mal, eine Sache muss ich zu dieser Überwachung aber auch noch sagen! Was ich aber
im Grunde viel bedrohlicher finde, als den Überwachungsstaat ist das, dass die Leute sich mittlerweile ja selber anfangen, überwachbar zu machen, indem sie ihr ganzes Leben im Internet posten, und alles, was sie tun, dann ständig irgendwie dokumentieren, am besten dann auch noch mit den Ortsangaben und ähnlichem. So auch ihr
Handy ständig eingeschaltet mit sich überall herumtragen und ähnliches, was die Leute heutzutage auch freiwillig machen, wie sie sich auch freiwillig überwachen lassen. Das finde ich eigentlich am aller erstaunlichsten und am beängstigsten!
 
Dan Davis: Ja, und die meisten Leuten achten gar nicht darauf…
 
Peter Heppner: Ne, die nehmen es einfach nicht zur Kenntnis!
 
Dan Davis: Angefangen von Facebook, Twitter…
 
Peter Heppner: Genau.
 
Dan Davis: Wenn da irgendwelche privaten Sachen reingeschrieben werden… Die von Dir angesprochene Sache mit dem Handy immer anlassen usw…
 
Peter Heppner: Ja, genau. Wie gesagt, das finde ich viel beängstigender, nicht das ich den Ausbau des Überwa-
chungsstaates in irgendeiner Weise weniger beängstigend finde, aber NOCH beängstigender finde ich DAS! Das die Leute es mittlerweile sogar freiwillig machen! Also das finde ich ganz schwierig. 
 
Dan Davis: Ja. Was mir da in diesem Zusammenhang jetzt noch einfällt: Du hast ja mal einen Song gemacht mit NENA, „Das Haus der 3 Sonnen“ hieß der glaube ich. So auf den ersten Blick, das mag jetzt total falsch sein, klingt das für mich ein bis schen an einen freimaurerischen Hintergrund angelehnt
( Die Freimaurer benennen beispielsweise ihre Logen gerne wie folgt: „Loge zu den 3 Zedern“ oder „Loge zu den 3
Tannen“ etc. / Die Zahl 3 steht für diese offiziell für Gerechtigkeit, verbildlicht auch im rechtwinkligen Dreieck und
im Winkelmaß – die 3 Säulen im Tempel und die 3 Johannesgrade und die immer dort betonte Dreiheit sind ein fundamentaler Bestandteil der Freimaurerei, Anm. d. Verf.). Aber was steckt denn wirklich hinter der Story?
 
Links: Sänger Peter Heppner (by Mathias Bothor).
 
Peter Heppner: Das Haus der 3 Sonnen ist ein
Spielautomat. Ein Merkur-Spielautomat. Der
hat nämlich als Emblem eine Sonne und den höchsten Gewinn, den du haben konntest, waren 3 Sonnen. Und das war so ein bisschen das Bild. Ich kann das jetzt auch nur indirekt wiedergeben, weil ich selber habe den Text nicht geschrieben. Der Text ist geschrieben
worden von Carlo Karges, der eben auch ein ganz großes Problem hatte mit Spielsucht zum Beispiel. Deshalb ist das ein bisschen so auch das Vermächtnis von ihm. Der lebt mittlerweile auch leider nicht mehr.
Und deshalb fand ich es auch schön, gerade dieses
Lied auch nochmals machen zu können. Das ist da der
Hintergrund. Was er da an weitergehenden Hinter-
gründen vielleicht gehabt haben kann, kann ich nicht sagen und dafür bin ich auch nicht verantwortlich.
 
Dan Davis: Ja. Ist auf jeden Fall ein sehr schönes Stück, ich habe es gerade vorher nochmals kurz angehört. Obwohl ich jetzt nicht jede NENA-CD, muss ich sagen, im Schrank habe (...), ist es eine sehr sehr interessante Kombination.
 
Peter Heppner: Fand ich auch. Vor allem, was ich noch sehr interessant fand - deswegen fand ich das ganze Projekt ja auch interessant - NENA hat mir ja auch freie Hand gelassen, was die Produktion anging. Und das dann
so ein bisschen in das neue musikalische Gewand zu bringen, das fand ich ne klasse Sache. Das habe ich auch
mit Dirk und Lothar zusammen gemacht, weil das eben auch gerade in die Zeit fiel, als wir an meiner „Solo“-Platte gearbeitet haben, und dann saßen wir eben schon zusammen und dann haben wir es auch zusammen gemacht, und ich fand das eine sehr schöne Herausforderung. Gerade dieses Stück dann so umsetzen zu können. Es dann auch ein bisschen auf meine Art modernisieren zu dürfen, fand ich gut. Und ich muss auch sagen, die Zusammenarbeit
mit NENA war super. Also das war echt ein… Also das war klasse. Toll. Sie ist auch nicht nur eine tolle Person, sondern auch eine extrem gute Sängerin. Weil es terminlich nicht anders ging, konnte sie es nicht bei uns im Studio einsingen, sondern sie hat es dann unterwegs auf Tour einsingen können, und hat uns da aber Dinge abgeliefert, da sind wir alle vom Saum abgefallen. Sie hat unglaublich tolle Sachen gesungen, also da muss ich sagen: super. Und auch sonst, ich habe sie natürlich auch einige Male getroffen im Zusammenhang mit dieser Sache, ich muss sagen, echt klasse Frau!
 
Dan Davis: Wie gesagt, ich nehme mal an, Du hast Pläne für die nächsten Monate mit der neuen CD. Kann man Dich auch irgendwo live sehen?
 
Peter Heppner: Ja, das sind die Pläne der nächsten Monate (lacht). Ja, im Herbst. Die ersten Daten stehen auch schon auf meiner Facebook-Seite. Das ist allerdings nur so der erste Teil. Wir haben jetzt erst mal das gemacht, was wir dieses Jahr noch hinkriegen konnten. Und das habe ich jetzt auch schon mal gepostet. Es sind noch weitere Auftritte in Planung.
 
Dan Davis: Also. Mensch Peter, hat mich sehr gefreut!
 
Peter Heppner: Mich auch!
 
Dan Davis: Ich wünsche Dir viel Erfolg mit der neuen CD und allem, was dazu gehört!
   
 
 
Zum Einsehen benötigen Sie Flash Player.
Peter Heppner - God Smoked Teaser
Auf Peter Heppners Facebook Seite kannst Du Dir den Titel kostenlos downloaden und das komplette Video ansehen! https://www.facebook.com/peterheppneroffiziell/app_379547818732602Am 04.05 ersch...
 
 
 
Video
"GOD SMOKED"
aus der aktuellen CD
"MY HEART OF STONE"
von PETER HEPPNER sehen?
 
 
 
 
MY HEART OF STONE
PETER HEPPNER
 
 
 
(Copyright by COVER UP! Newsnamagazine, 13.05.2012)
Bilder: Copyright by Peter Heppner / Mathias Bothor / Ulrike Rank.
 
+++  DAN DAVIS + INHALTSVERZEICHNIS:HIER KLICKEN! + Kostenlos +++ Unabhängig + DAN