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Dan Davis im Interview mit PIKE´S EDGE
Der bosnische Sänger Pike über das Album "Nameless", den Bosnien-Krieg, 9/11, den Islam und Gott
 
Inzwischen ist das erste Album der Metal Band PIKE´S EDGE erschienen, die zuvor
im Jahr 2012 bereits eine MCD mit dem
Titel "F.U.W.M.", was für "Fuck You War-
Makers" steht, auf den Markt geworfen
haben.  Das neue Album hört auf den Na-
men "Nameless" und Dan Davis hatte die Gelegenheit, den bosnischen Sänger Pike hierüber und zu einigen anderen interes-
santen Themen etwas ausführlicher zu befragen. Wie denkt Pike über den ehe-
maligen Bosnien-Krieg? Ist dort tatsäch-
lich alles so abgelaufen, wie es uns offi-
ziell berichtet wurde? Waren die Anschlä-
ge vom 11. September 2001 in den USA
laut Pikes Meinung ein "Inside-Job" der
US-Regierung? Wie denkt er über Public-Relations-Agenturen und als Moslem über
die Tatsache, wie der Islam nach 9/11
gezielt zum Feindbild in den Massenme-
dien erkoren wurde? Glaubt er an einen
Gott oder einen universellen Schöpfer?
Dies und anderes jetzt hier im COVER
UP! Newsmagazine.
 
Das erste Album von der Metal Band PIKE´S EDGE um den bosnischen Sänger Pike, der in München wohnt, geht
gut nach vorne. Dies vorweg. Perfekt produziert von Erfolgsproduzent Carlos Perón ist das Werk sicherlich ein
Hörgenuss für viele, die Heavy Metal leben und lieben. Im Interview mit Dan Davis geht Pike auf seine bosnische
Herkunft, Krieg und Frieden, "Wahrheit" und "Lüge" sowie "Gut" und "Böse" etwas näher ein. Jetzt hier im COVER
UP! Newsmagazine.

Pike im Interview mit Dan Davis über "9/11":
"Ich wäre grundsätzlich ganz schön naiv, wenn ich
glauben würde, was in den Medien verbreitet wird ...
Die Masse kriegt das Ganze als vakuumverpacktes
vorportioniertes Hähnchennugget im Kühlregal."

 
Bild rechts: PIKE`S EDGE.
 
Dan Davis: Hallo Pike! Aktuell
ist gerade das erste Album
mit dem Titel „Nameless“ von
PIKE´S EDGE herausgekom-
men, nachdem vorab in 2012 bereits die MCD „F.U.W.M.“ erschienen ist. Bist Du zu-
frieden mit dem neuen Album
und kannst Du ein paar Worte
dazu berichten?

Pike: Hallo Dan. Die Produktion des Albums war ziemlich an-
strengend, hat aber auch gleich-
zeitig wahnsinnig viel Spaß ge-
macht. Wenn ich mir die CD anhöre, dann gibt es hier und
da noch ein Paar Dinge, die ich anders machen würde, aber das ist das Kreuz kreativen Schaf-
fens. Man könnte endlos ändern und „verbessern“, muss sich aber einen Punkt zu setzen wissen, an dem einfach Schluss ist. Ich bin in dieser Hinsicht ein Perfektionist und meine Bandkollegen mussten einiges mit mir erdulden.
Ich nehme an, dass die Hörer die Musik anders wahrnehmen, als ich es tue, aber das bisherige Feedback zeigt mir,
dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat. Wir können zufrieden sein, aber steigern können wir uns allemal.

Dan Davis: Wie kamst Du zur Musik und ist PIKE´S EDGE Deine erste Band?

Pike: Die Musik kam zu mir. Durch das Nachbarfenster hörte ich mit ca. acht Jahren das erste mal Iron Maiden. Deren Musik fesselte mich fortan. Meine erste LP habe ich mir während einer Schulexkursion, anstelle der Verpflegung, beschafft und die erste dreiseitige Gitarre wurde durch Feuerholzschleppen erarbeitet. Die erste Band folgte natürlich gleich darauf. Die Nachbarsjungen wurden dazu verleitet. Wir steckten unser Herz und Seele in

unsere Stücke, was akustisch raus kam, hat unser Umfeld weniger erfreut.
 
Bild links: Cover der MCD "F.U.W.M"
von PIKE´S EDGE.

 

Dan Davis: Der erste Track des neuen Albums trägt den Titel „F.U.W.M“, den ihr vorab auch
als Maxi ausgekoppelt habt. Die Abkürzung steht für „Fuck You
War Makers“. Dies führt mich zur nächsten Frage. Du wohnst in
München – aber stammst ur-
sprünglich aus Bosnien. Gibt es
einen Zusammenhang zwischen
dem Titel und dem Bosnienkrieg?

Pike: Alle meine Songs stehen mehr oder weniger im Zusammenhang mit den Dingen, die mich umgeben und
die ich erfahren habe. F.U.W.M. ist
der Ausdruck meiner Wut und Macht-
losigkeit gegenüber vielen Dingen, die
in dieser Welt passieren. Als 16jähri-
ger habe ich, wie alle meine Lands-
leute, erfahren müssen, was Krieg ist.

LLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLL
Es ist nichts was schnell als Schlagzeile über den Bildschirm flattert, nicht im nächsten Augenblick vergessen
werden kann und weit weg passiert. Krieg zieht unerträglichen Schmerz nach sich und da ist es egal, welche
„Wahrheit" oder Argumentation dahinter steckt. Kein einzelner Mensch möchte Krieg. Es ist ein System aus
Menschen, die aus der Ferne über die Schicksale anderer entscheiden. Und an diese richtet sich der Song.

Dan Davis: Denkst Du im Bosnien-Krieg lief alles so ab, wie uns offiziell als Wahrheit verkauft wurde?
Oder gibt es für Dich Dinge, die Du da ganz anders siehst?
 
Bild rechts: PIKE´S EDGE live.

Pike: Ich weiß nicht, was einem hier offiziell verkauft wurde, weil ich dort war. Meine Meinung zum Krieg allgemein habe ich schon in der vorherigen Frage geäußert. Aber
allein die Tatsache, dass Kriege
der Bevölkerung wie auch immer verkauft werden, ist schon bedenk-
lich genug. Wenn sich jeder einzel-
ne eine eigene Meinung bilden
möchte, ist die Rechnung einfach:
Die, die flüchten, wurden angegrif-
fen, die die keine Waffen haben,
sind nicht die Täter und für die
Toten spielen die Gründe sowieso
keine Rolle.  

Dan Davis: Bist Du zur Zeit des Bosnien-Krieges nach Deutsch-
land gekommen? Und gibt es 
in Bosnien Bands, die Du aus
dem Bereich Metal, Industrial
oder Dark Wave empfehlen kannst für jene deutschen Leser, die mit der Szenen dort nicht so vertraut
sind?

Pike: Ich stamme aus einer Region, die damals ethnisch gesäubert wurde und bin mangels Rückkehrmöglichkeiten
95 nach Deutschland gekommen. Zu dieser Zeit hatte ich schon eine bunte Flüchtlingskarriere hinter mir. Ich habe
wenige Kontakte zu Bosniens Heavy Metal-Szene, weil ich mich dort nie lange genug aufhalten konnte, um mich zu
integrieren. Zudem haben die lokalen Bands sehr schlechte Bedingungen, da es bereits bei der Anschaffung von
qualitativem Equipment scheitert. Von einer Tour oder Marketingaktion kann man nur träumen. Erfolgreiche
Musikprojekte konnten daher in den letzten Jahren hauptsächlich aus dem Ausland gestartet werden. Beispielhaft
hierfür ist "KULTURSCHOCK".

Dan Davis: Glaubst Du 9/11 war ein "Inside Job" von Teilen der US-Regierung und anderer, wie es viele
tun und es in Filmen wie LOOSE CHANGE und von Leuten wie Alex Jones propagandiert wird, oder
denkst Du, die offizielle Variante der US-Regierung stimmt?

Pike: Ich wäre grundsätzlich ganz schön naiv, wenn ich glauben würde, was in den Medien verbreitet wird. Ich als Person werde aber auch keine Möglichkeiten haben, hier definitiv die Wahrheit zu finden. Eine Beurteilung der Hintergründe von 9/11 ist für mich so weit von Interesse, als dass ich mich frage: "Wären die nachfolgenden Ereig-
nisse im Nahen Osten anders verlaufen bzw. hätten die Kriege nicht stattgefunden, wenn es den 11. September
nicht gegeben hätte?" Ich denke: nein. Der Kampf um die Sicherung von zukünftigen Ressourcen ist schon längst
am Laufen. Die Masse kriegt das Ganze als vakuumverpacktes vorportioniertes Hähnchennugget im Kühlregal.

Dan Davis: Am 11. September 2001 sind etwa 3000 Menschen in den USA durch die Terroranschläge der
Bösen ums Leben gekommen. Durch die Golfkriege und seine Folgen der selbst postulierten „Guten“ sind
über 1 Millionen Menschen ums Leben gekommen. Lassen wir uns als Gesellschaft von Public Relations-
Agenturen alles verkaufen? Denn den über 1 Millionen Toten wird es wohl egal sein, ob sie durch die
„Guten“ ums Leben gekommen sind oder die Bösen.
 
Bild links: PIKE´S EDGE live.
 
Pike: Die Illusion von  einer„ hei-
len Welt“ wurde für Menschen, die
den Frieden und Freiheit gewohnt
sind, mit dem 11 September zer-
stört. Meine heile Welt wurde
schon davor zerstört. Ich hege
seit dem keine Illusionen mehr, sondern versuche mit den Dingen,
die mich in diesem Augenblick umgeben, zurechtzukommen und glücklich zu werden. Nichts was
in dieser Welt gut ist, ist sicher
und selbstverständlich. Um auf
den 11. September zurückzukom-
men: Der 11. September war der traurige Auftakt einer Folge von Ereignissen, durch die die Welt immer mehr Leid, Schmerz und Zerstörung erleiden muss. Das
allein ist die Wahrheit. Es liegt
nun an jedem selbst, wie er mit dieser Tatsache umgeht. In dieser Gesellschaft habe ich das Glück, viele verschie-
dene Kulturen, Religionen und Ansichten kennenlernen zu können, was auch wechselseitig erfolgt. Ich bin ein Mos-
lem. Die gravierendste Folge des 11. Septembers in Deutschland war und ist die kollektive Angst vor allem, was irgendwie islamisch anmutet. Die PR´s haben wohl ihren Beitrag dazu geleistet. Meinen Freunden und vielen, die
mich kennen, konnte ich die Angst nehmen. Darauf kann ich stolz sein.

Dan Davis: Das sehe ich auch so. Und das Aufbauen eines kollektiven falschen Feindbildes, wie es hier
gerne mit dem Islam gemacht wird als Resultat, dass für den Normalbürger zuweilen unbewusst oder
bewusst alle in einen Topf geworfen werden, kennen wir schon aus dem Dritten Reich. Damals war es
überwiegend das jüdische Volk, welches Opfer einer Propagandamaschinerie wurde. Aufgebaut
sicherlich nicht zuletzt durch die NSDAP. Nach dem Motto „Kauft nicht beim Juden“. Heute, nach 9/11,
machen viele durch das aufgebaute "Feindbild Islam" einen Bogen um alles, was islamisch ist. Das neue
Album von PIKE´S EDGE geht richtig gut nach vorne. Wie würdest Du es selbst musikalisch zuordnen?
Wer sollte es sich unbedingt anhören?

Pike: Freut mich zu hören, dass der Druck, den wir reingelegt haben, auch beim Hörer ankommt. Diese Frage
kommt immer wieder, und mir selbst fällt es schwer, unsere Musik irgendeiner Richtung zuzuordnen. Das überlas-
se ich den Kritikern. Ich habe keine bestimmte Zielgruppe, außer der, die gute Musik zu schätzen weiß. Ich bin es eigentlich nicht gewohnt, dass sich der Musikgeschmack, wie in diesem Kulturkreis, bei den verschiedenen Alters-
gruppen radikal unterscheidet. Für mich ist Musikhören ein akustischer Genuss für alle, mit Facetten, Feinheiten
und Stimmungen. Und genau das soll auch meine Musik sein. Eine akustisches 5-Gänge Menü, mit Botschaften
gewürzt.  

Dan Davis: Welche Musik hörst Du privat und welche Bands gehören gerade zu Deinen Favoriten?

 
Bild rechts: PIKE´S EDGE.

 
Pike: Ich würde mich als halbreligiös bezeichnen und ich glaube an Gott. Mein Lebensweg ist geprägt von Unmen-
gen an Konstellationen, die nach jeder stochastischen Regel noch unwahrscheinlicher sind als ein Lottogewinn.
Diese Einsicht prägt mein Leben in moralischer Hinsicht. Es ist der Teil in mir, in dem die Hoffnung steckt. Mit den
Praktiken eines guten Moslems habe ich es nicht so...  Vielleicht ändert sich das mal...
  
Bild links: PIKE´S EDGE live.

Dan Davis:  Einige Worte zu Deiner Lebenseinstellung:
 
Pike: Ich glaube ich habe schon
viel verraten. zusammenfassend
würde ich sagen: "Leben lernen 
und leben lassen".

Dan Davis: Auf dem neuen
Album befindet sich ein gran-
dioser Track mit dem Titel
„Traceless“. Was hat Dich zu
ihm bewogen?

Pike: Freut mich, dass er Dir ge-

fällt. Hier ist wieder die Liebe im
Spiel. Die menschlichen Schwä-
chen und Stärken offenbaren sich am besten in Liebesangelegenheiten. Deswegen ist hier wieder ein verzweifelter Mensch zu hören, der trotz aller
Mühen, die er sich machte, nicht verstehen kann, wieso es mit der Liebsten doch nicht klappt. Das ist eigentlich
eine zum Himmel stinkende Ungerechtigkeit, die aber keinem, realistisch betrachtet, zum Vorwurf gemacht werden
kann. Das gehört im Leben unter anderem zu den Dingen, die man hinnehmen muss. Hier bleibt einem nur die
Entscheidung, das mit Würde zu tragen oder sich selbst zu bemitleiden.

Dan Davis: An welche Weise geht Ihr bei der Ausarbeitung eines Songs heran? Entsteht zuerst der Text

oder erst die Musik?

Pike: Ich habe mir hier keine Regeln aufgestellt, außer der, dass ich nichts erzwingen und auf Teufel komm raus
auspressen möchte. Ich bin auf Inspirationen angewiesen und habe das Glück, dass es an diesen bis jetzt nicht
mangelt. Mittlerweile habe ich Menschen für diese Band gewinnen können, die mit der gleichen Leidenschaft ans
Werk gehen wie ich. Und in denen ungeheures musikalisches Potential steckt. Ich sehne der Zeit entgegen, mit
dieser Combo das nächste Album aufzunehmen. Die ersten gemeinsamen Songs sind der Hammer. Das ist ein
wunderbares Gefühl. Bis die Sachen auf Platte gebrannt sind, werde ich diese zigtausend Mal hören, und irgend-
wann wird diese Begeisterung verblassen und es bleibt mir nur noch die Erinnerung daran. Dafür werde ich jede
tontechnische Feinheit hören und bemeckern.

Dan Davis:  Deine Pläne für 2013?

Pike: Songs schreiben, nächstes Album vorbereiten, unsere Musik an den Mann bringen, leben. Es sind dieselben
wie für 2012. An diese Stelle möchte ich mich noch für das Interesse an unserer Arbeit und Möglichkeit uns hier zu
präsentieren bei Dir Bedanken. 

Dan Davis: Sehr gerne. Und alles Gute für die Zukunft für Dich und PIKE`S EDGE. Rock`n Roll!

 
 
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Pike's Edge - Nameless [Official HD]
The official music video for "Nameless" by Pike's Edge from album "NAMELESS" © 2012 by Warner/Chappell Music Inc.www.pikesedge.comwww.facebook.com/pikesedgewww.reverbnation.com/pikesedge
 
 
 
(Copyright: Cover Up! Newsmagazine, 21.12.2012)
(Copyright Bilder: Pike`s Edge)
 
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